MS Mythen fährt nach einmonatigem Werftaufenthalt wieder

Am Mittwoch, 9. Mai 2018 fuhr das MS Mythen fahrplanmässig von Brunnen Richtung

Beckenried. Nach der Station Gersau löste sich die Antriebswelle backbordseitig mit dem Propeller und versank im See. Dadurch konnte durch das Stevenrohr (85 mm Durchmesser) Wasser in das Schiff eindringen. Die rund vierzig Passagiere konnten unverletzt aussteigen. Es bestand keine Gefahr, dass das Schiff hätte sinken können. Nach rund einmonatigem Werftaufenthalt fährt MS Mythen nun wieder.

Nachdem die betreffenden Schalenräume des MS Mythen in Gersau leergepumpt und das Stevenrohr durch Shiptec-Mitarbeiter vor Ort abgedichtet werden konnte, fuhr das Schiff am gleichen Abend mit eigener Kraft in die Schiffswerft zurück. Der Fahrplanbetrieb konnte trotz des Ausfalls stets aufrechterhalten werden (es entstanden dabei für den Schiffsfreund interessante Kursspezialitäten). In den Folgetagen wurde das MS Mythen ausgewassert, damit der Schaden begutachtet und die genaue Ursache untersucht werden konnte.

Die zwei 6.5 Meter langen Propellerwellen sind kraftschlüssig über einen Konus mit dem Getriebe verbunden. Dies ist eine nicht unübliche Konstruktionsart, welche vereinzelt auch in modernen Schiffen noch Anwendung findet. Im vergangenen Winterhalbjahr wurden im Rahmen der regelmässigen Instandhaltung beide Antriebswellen ausgebaut, die Verbindungen geprüft und neu zusammengebaut. Zum damaligen Zeitpunkt wurden, ausser den seit Jahren bekannten Schwingungsbewegungen im Heckbereich des Schiffes, keine Unregelmässigkeiten entdeckt.

Nach dem Vorfall in Gersau wurde versucht, mit einem Tauchroboter die verlorene Welle inkl. Propeller zu bergen. Eine Begutachtung der Welle hätte eventuell Informationen über die präzise Ursache des Versagens der Verbindung geben können. Leider führte dieses Unterfangen nicht zum Erfolg, da die Welle wegen der grossen Wassertiefe in Gersau nicht gefunden werden konnte. Ebenfalls wurde der verbliebene alte Getriebeteil im Schiff auf Materialermüdungen untersucht, aber auch daraus ergaben sich keine eindeutigen Hinweise.

Um die technische Verbindungssituation zu verbessern, wurden beide Antriebsstränge zerlegt, die Kraftschlüssigkeit der Verbindungen geprüft, backbordseitig eine neu produzierte Welle eingebaut und steuerbordseitig die neu eingepasste alte Welle wieder verbaut. Ebenfalls wurde bei beiden Wellenanlagen eine zusätzliche Sicherung eingebaut, so dass ein Verlust derselben mit einem gekoppelten Wassereinbruch, verunmöglicht wird. Die Kosten der Reparatur belaufen sich auf rund CHF 40’000.

MS Mythen nimmt nach einmonatigem Werftaufenthalt und erfolgreicher Probefahrt ab Samstag, 9. Juni 2018 den Fahrplanbetrieb wieder auf.

Die Einsatzpläne der Schiffe finden Sie hier.

2018-06-07T22:57:46+00:00 07. Juni 2018|Einsatz der Schiffe, Fahrplan, SGV|