Februar 2017

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Februar 2017

Am 13. Februar 1956 strandet das DS Unterwalden, welches bei starkem Eisgang die Kurse des MS Waldstätter übernommen hat, frühmorgens bei Kehrsiten-Dorf. Da die Schiffsgeschwindigkeit bereits reduziert worden war, sind die Schäden gering. Die Bergung ist recht aufwändig, sie wird von den Dampfschiffen Gotthard und Schiller sowie dem Motorschiff Titlis bewerkstelligt.

März 2017

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März 2017

Im Mai 2017 wird das Dampfschiff Montreux auf dem Lac Léman wieder in Betrieb genommen. Der Dampfer erhielt in einer länger als einem Jahr Revision einen neuen, verbesserten Überhitzer. Die Schale wurde saniert, das Schiff erhielt eine neue Ruderanlage und ein Bugstrahler.

Das Foto zeigt das dieselelektrische Motorschiff Montreux Mitte der 1970er-Jahre bei der Abfahrt in Cully.

April 2017

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April 2017

Die beiden grossen Dreideck-Motorschiffe Karlsruhe und Schwaben des Jahres 1937 sind bei Schiffsliebhabern und Stammferiengästen längst zu einer festen Institution geworden. Ihre markanten und maritimen Silhouetten prägen zusammen mit den moderneren Einheiten der Nachkriegsgeneration das Erscheinungsbild der deutschen Bodensee-Flotte. Die Jungfernfahrt der „Karlsruhe“ erfolgte am 28. April 1937.

Die „Karlsruhe“ ist in der Saison 2017 wie folgt eingesetzt (Änderungen vorbehalten):

9. April bis 23. Juni und 11. September bis 15. Oktober
Konstanz ab 9.40 Uhr, Bregenz an 13.22 Uhr/ab 15.10 Uhr, Konstanz an 19.15 Uhr

24. Juni bis 10. September
Konstanz ab 10.40 Uhr, Bregenz an 14.27 Uhr/ab 15.35 Uhr, Konstanz an 19.15 Uhr

Mai 2017

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URh DS Schaffhausen abbruch in Romanshorn

Mai 2017

An der Generalversammlung der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) vom 18. Mai 1966 wird, nach heftigen Redeschlachten, der Abbruch des Dampfschiffes Schaffhausen (II) beschlossen. Der damalige Direktor stellt an der Versammlung die Frage: «Die ‚Schaffhausen‘ oder ich?» Der Glattdeckdampfer hätte eine grosse Chance zum Überleben gehabt, wenn der Direktor abgedankt hätte…

Am 24. Mai 1967, also vor fünfzig Jahren, führt der letzte Schweizer Rheindampfer seine allerletzte Fahrt, mit eigener Kraft (!) nach Romanshorn durch. Im Werfthafen der damaligen SBB-Flotte wird das Schiff dem Schneidbrenner übergeben. Damit ist eine wertvolle Epoche der Schifffahrt zu Ende gegangen.

Die Bilder zeigen die ausgeweidete Schale der «Schaffhausen» (II) neben dem Trajektkahn «M Tr. 3» der SBB. Dieser ist 1887 in Linz erbaut worden, gelangt 1934 zu den SBB und bleibt bis 1966 im Einsatz. 1974 ist der Trajektkahn abgebrochen worden.

Beide Fotos stammen von Markus Fröhlich.

URh DS Schaffhausen abbruch in Romanshorn

Juni 2017

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Juni 2017

Vor neunzig Jahren, 1927, wurde das Dampfschiff Milano (I) auf dem Lago di Lugano ausser Dienst gestellt und anschliessend abgewrackt.

Die «Milano» (I) wurde 1881 von den Gebrüdern Sulzer in Winterthur erbaut und war für jene Zeiten ein schnelles Schiff (23 km/h). Der Dampfer hatte eine Länge von 34.20 Meter und eine Breite von 4.30 Meter, die Maschinenleistung betrug 180 PS. 250 Personen hatten auf dem Dampfer Platz. Das Dampfschiff Milano (I) war hauptsächlich auf den starkbefahrenen Routen eingesetzt.

In der Nacht vom 26. November 1898 wurde das Schiff durch einen heftigen Sturm von den Bojen losgerissen und strandete in der Bucht von Lugano. Einige Tage wurde die «Milano» (I) geborgen und in der Werft repariert.

Juli 2017

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Juli 2017

1875 wird das Dampfschiff Cygne auf dem Lac Léman in Dienst gestellt. Der Dampfer ist 36.9 Meter lang und 9.40 Meter breit, die Tragkraft beträgt 250 Personen. Die «Cygne» ist von Escher Wyss in Zürich erbaut worden und besitzt eine stehende oszillierende 2-Zylinder-Nassdampf-Verbundanlage. 1883 rammt die «Cygne» bei einem heftigen Sturm zwischen Lausanne und Evian-les-Bains den Dampfer Rhône (I). Dieses sinkt sofort und zieht elf Personen mit in die Tiefe. DS Cygne bleibt jedoch schwimmfähig und kann mit letzter Kraft das rettende Ufer erreichen. Wegen hohem Reparaturaufwand und einer geringen Tragkraft wird DS Cygne auf dem Lac Léman 1910 ausser Dienst gestellt und auf den Bielersee verkauft. Der Transport wird bereits im November 1910 nach Biel vorgenommen.

Nach verschiedenen Umbauarbeiten, neue Aufbauten und Verbreiterung der Schale um zweimal elf Centimeter, wird der Dampfer mit dem Namen Stadt Biel 1911 in Dienst genommen. Der «neue» Dampfer leidet von Anfang an unter einer ungenügenden Dampfproduktion. Zahlreiche Aggregate funktionieren deshalb nicht richtig. 1921 muss der Kessel (von 1886) ausgebaut und kontrolliert werden. Das Resultat: Es muss ein Ersatz gefunden werden. 1924 erhält die «Stadt Biel» einen neuen Kessel. Dieser stammt vom ausrangierten DS Stadt Basel vom Vierwaldstättersee. 1931 läuft das Dampfschiff Stadt Biel bei der Petersinsel auf Grund, die Passagiere können mit dem Rettungsboot evakuiert werden. Die «Stadt Biel» wird 1932 ausser Dienst gestellt und 1933 abgebrochen.

August 2017

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August 2017

1904 wird der, von Escher Wyss in Zürich erbaute, Schraubendampfer Rigi auf dem Zugersee in Betrieb genommen. Der Start gelingt nicht so, wie es gedacht ist: Der Dampfkessel passt nicht unter dem Viadukt der Gotthardbahn in Zug hindurch. Arbeiter heben wenige Zentimeter der Strasse unter der Brücke aus, doch die sechs Pferde schaffen es vorerst nicht, den tonnenschweren Kessel aus der Grube zu ziehen. Auch der Stapellauf 1904 beschert Probleme: Statt der der vorgesehenen zwei Stunden dauert er nicht weniger als 63 Stunden.

Der Dampfer wird sofort häufig eingesetzt und ist beliebt. Äusseres Zeichen der Popularität ist ein Gedicht, das Kaplan Wipfli aus Immensee 1909 vor dem Einwintern verfasst und publiziert:

Der See, er wird noch stiller werden,
Die Ahnung drück mich schwer und hart
Wenn du, o wanderfrohe Rigi!
Nicht mehr vollführst deine Fahrt.
Ja, jeden Morgen wird’ ich schauen
Hinaus aufs kleine «Zugermeer»…
Doch du, die sehend ich erwarte,
Du, liebe Rigi kommst nicht mehr…

Die solchermassen gelobte «Rigi» ist nicht ohne Probleme: 1908 bricht im Maschinenraum des Dampfers ein Feuer aus. 1912 verwickelt sich der Hilfsmatrose Sidler beim Ablegen dermassen unglücklich im Seil, dass er unter dem Schiffsgeländer hindurch vor die Schraube geschleudert wird. Der rechte Fuss und das untere Drittel des Unterschenkels werden zermalmt.

Während dem Ersten Weltkrieg kann, wegen Kohlenmangel, nur noch sonntags gefahren werden. Diese Sonntagsfahrten sind sehr gut belegt: Der Abendkurs wird öfters mit 500 Personen gefahren, doppelt so vielen wie erlaubt!

1960 erhält der Schraubendampfer einen Dieselmotor, man kann den Personalaufwand reduzieren und die Tragkraft auf 300 Personen erhöhen.

Die Schifffahrtsgesellschaft für den Zugersee (SGZ) möchte Mitte der 1970er-Jahren die beiden «Schönwetter-Schiffe» Rigi und Schwan ersetzen und beantragt beim Kanton Zug einen Kredit für den Bau zweier neuer Schiffe. Gegen den Kantonsbeitrag für die 4.5 Millionen Franken teuren neuen Schiffe wird das Referendum ergriffen. Nach einem heftigen Abstimmungskampf entscheidet sich das Zuger Volk im Verhältnis 2:1 für die neuen Schiffe. Ob das Abstimmungsresultat in der heutigen Zeit auch so herausgekommen wäre, wage ich zu bezweifeln.

Die «Rigi» wird mit der Inbetriebnahme der neuen Schiffe 1978, nach rund 850’000 geleisteten Kilometern, ausser Dienst gestellt und sofort, in einer Nacht und Nebel-Aktion abgebrochen. Man will so Kreisen zuvorkommen, die das Schiff gerne erhalten hätten. Schade!

September 2017

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September 2017

Das Dampfschiff Brienz (I) erlebt seine Jungfernfahrt am 14. April 1871. Das erste Salonschiff der Firma Escher Wyss wird sogleich häufig eingesetzt. Die erste Hauptrevision findet im Winter 1892/1893 statt (zwei neue Kessel, elektrische Beleuchtung, festes Regendach im Oberdeck achtern). Nach einer erneuten grossen Revision erhält die «Brienz» (I) 1906/1907 von Escher Wyss eine neue Dampfmaschine. 1909 wird die Steuerbrücke um zwei Meter höher gelegt. Zwischen 1925 und Mitte der 1950er-Jahre wird der Dampfer konstant im Sommerhalbjahr eingesetzt. Nach der Indienststellung des MS Interlaken am 14. Juli 1956 wird das Schiff in die Reserve versetzt und schliesslich im Oktober 1957 abgebrochen.

Das Bild zeigt die «Brienz» (I) an der Ländte Giessbach-See. Gut sichtbar die Gleise für den Gepäcktransport vom Schiff zur Standseilbahn.

Oktober 2017

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Oktober 2017

Die Dampfbootgesellschaft Wädenswil nimmt 1897 ihren zweiten Schraubendampfer, die «Speer» (I), in Betrieb. Nach einem schlechten Geschäftsgang verkauft die Gesellschaft im Frühling 1900 das DS Speer (I) an die Zürcher Dampfbootgesellschaft (ZDG) zu günstigen Konditionen. Damit die «Speer» (I) an allen Landestegen der Dampfschwalben-Gesellschaft anlegen konnte, erhielt sie eine breitere Galerie. Im ersten Betriebsjahr bei der ZDG legt der Dampfer 23’756 Kilometer zurück.

1926 erhält der Schraubendampfer eine erste Hauptrevision, die grosse Maschinenrevision folgt 1932. So erhält die «Speer» (I) unter anderem die Lichtmaschine des DS Wädensweil.

1942 legt ein Kesselschaden das Schiff still, 1943 wird der reparaturbedürftige Dampfer provisorisch stillgelegt und 1946 endgültig ausrangiert. Die Schiffsschale wird an eine Privatperson als Saunaboot verkauft, Maschine und Kessel werden verschrottet.

November 2017

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November 2017

1869/1870 wird das Dampfschiff Hallwyl von den Gebr. Sulzer in Winterthur für die «Société Moratoise de Navigation» erbaut und in Nidau am Bielersee zusammengesetzt. Am 5. Juli 1870 fährt der Raddampfer erstmals nach Murten, seinem zukünftigen Heimathafen.

Nachdem 1888 die Sulzer-Zwillingsmaschine von Escher Wyss 1872 zu einer Nassdampf-Verbundmaschine umgebaut worden ist, erhält die «Hallwyl» 1900 einen neuen Kessel. Doch die Fahreigenschaften werden nicht besser.

1905 wird die «Hallwyl» erneut umgebaut: Sie wird um 3.6 Meter verlängert, es wird eine moderne Escher Wyss-Maschine eingebaut und die Schaufelräder ersetzt. Nach einer weiteren Revision (die aus finanziellen Gründen 19 Monate dauert) kann die «Hallwyl» endlich häufiger eingesetzt werden. Bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs legt der Dampfer am meisten Kilometer aller Schiffe der Neuenburgersee-Flotte zurück. 1943/1944 erhält die «Hallwyl» als letztes Personenschiff eine elektrische Beleuchtung (bisher Petrollampen).

1955, nach letzten Fahrleistungen im Frühling, wird das Dampfschiff Hallwyl ausser Dienst gestellt und durch das Motorschiff Ville-de-Môrat ersetzt.

Das Bild zeigt den Bauzustand der «Hallwyl» zwischen 1900 und 1905 in Sugiez.